Ich bin kleiner Hobby-Imker, kein Großabfüller. Ich mache Honig in überschaubarer Menge, mit viel Handarbeit und viel Herz. Wenn Kundinnen und Kunden sagen, mein Honig schmeckt besonders gut, antworte ich immer:
„Es ist Honig drin, sonst nichts!“
Genau das ist mein Prinzip.
Regionalität ist mir extrem wichtig. Ich beliefere keine Supermärkte. Mein Honig geht direkt an Menschen aus der Umgebung: ab Haustür, an Freunde, Bekannte und ins Dorf. Kurze Wege, direkter Kontakt, volle Transparenz. Wer bei mir kauft, weiß, wo der Honig herkommt und wer dahintersteht.
Was mich an der bisherigen Kennzeichnung stört
Auf vielen Supermarktgläsern stand lange nur:
- Mischung von Honig aus EU-Ländern
- Mischung von Honig aus Nicht-EU-Ländern
- Mischung von Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern
Formal ist das erlaubt, aber für Verbraucher kaum hilfreich. Es bleibt unklar, aus welchen Ländern der Honig wirklich stammt und wie die Mischung zusammengesetzt ist.
Für mich ist das der Kern des Problems: Nicht die Existenz von Mischhonig an sich, sondern mangelnde Klarheit auf dem Etikett.
Neue Honigverordnung: richtiger Schritt, längst überfällig
Die neue Entwicklung bei der Honigkennzeichnung geht in die richtige Richtung: Herkunft soll konkreter und nachvollziehbarer angegeben werden. Genau das brauchen wir.
Denn Honig ist ein Naturprodukt mit Herkunft, nicht irgendein anonymer Industrie-Rohstoff. Wer einkauft, sollte erkennen können, woher der Inhalt des Glases wirklich kommt.
Supermarkt-Honig und Preisdruck
Ich sage nicht, dass Supermarkt-Honig pauschal schlecht ist. Aber ich sehe, wie schwer fairer Vergleich wird, wenn auf der einen Seite regionaler, direkt vermarkteter Honig steht und auf der anderen Seite sehr günstige, internationale Mischungen mit vagen Angaben.
Wenn Verbraucher nur den Preis sehen, aber kaum die Herkunft einschätzen können, geraten kleine Imkereien automatisch unter Druck.
Kritischer Blick auf Importhonig aus China
China ist ein bedeutender Honigexporteur. Das ist erstmal ein Fakt. Kritisch wird es bei langen, komplexen Lieferketten, bei denen Transparenz und Rückverfolgbarkeit für Endkunden schwerer zu beurteilen sind.
Meine Kritik richtet sich nicht gegen ein Land, sondern gegen Intransparenz. Für mich gilt ein einfacher Maßstab für alle Honige, egal woher:
- klare Herkunft
- strenge Kontrollen
- ehrliche Deklaration
Wer sauber produziert, hat einen fairen Markt verdient. Wer unklar deklariert, nicht.
Mein Standpunkt als Dorf-Imker
Ich arbeite bewusst klein, regional und direkt. Kein Supermarktregal, kein Preiskampf über Masse. Dafür persönlicher Kontakt, Vertrauen und ein Produkt, das für sich spricht.
Und wenn mich jemand fragt, warum mein Honig so gut ist, bleibt die Antwort dieselbe:
„Es ist Honig drin, sonst nichts!“
Euer Tobi